Die Straßenmärkte

Hongkong, bzw. Kowloon ist weltbekannt für die mit Tinnef, Plünnkram und Nippes vollgestopften Straßenmärkte, in denen sich sowohl bekennende als auch mit einem einheimischen Look tarnende Touristen gegenseitig die vermeintlichen Schnäppchen vor der Nase wegshoppen.

Die bekanntesten sind hier wohl der

“Ladies Market”, ab mittags in der “Tung Choi Street”, am besten zu erreichen über die Station “Mong Kok” der U-Bahn Tsuen-Wan-Line

und der

“Night Market”, ab ca. 16-17.00 Uhr in der “Temple Street”, die nächste Station ist “Jordan” derselben U-Bahn-Linie.

Auf einen Markt zu gehen ist immer sehr anstrengend. Als Frau wird man ständig mit “Missy” angequatscht und man kann keine zweieinhalb Sekunden auf denselben Artikel schauen, ohne gleich 5 Minuten vom Verkäufer vollgequatscht und verfolgt zu werden.

Absoluter Grundsatz, um dort beim Geld ausgeben auch Spaß zu haben und der sich mittlerweile rumgesprochen haben müsste: Handeln.

Ohne Handeln würde man hier zur Euphorie der Händler unzählige Hongkong-Dollar sinnlos vernichten, für die es (zumindest für Frauen) zahlreiche bessere Verwendungen geben würde. An die Willkür der Verkäufer muss man sich hierbei gewöhnen. Was gestern noch 80 Dollar kostete, wird heute 100 und morgen 120 Dollar kosten, da die Preise spontan nach Nasensympathie und Wetterfeevorhersagen festgelegt werden. Wer nicht die Hälfte und weniger bietet, ist nicht bereit für die echten Straßenmärkte.

Wenn nach zweimaligem Ablehnen von Seiten des Händers eingewilligt wird, kann man getrost davon ausgehen, dass man mächtig zuviel gelöhnt hat. Mindestens 3-4 Mal muss der Händler einen aus einer Entfernung von mehr als 2 m zurückrufen, 2 Mal muss er jammern, dass sein Boss in killen wird und 2-3 Mal muss er betonen, dass das ein viiiieeel zu günstiger Preis für die unglaublich fantastische Qualität ist, um mit großer Wahrscheinlichkeit einen zumindest nicht viel  zu teuren Preis zu zahlen. Nicht, dass die angebotenen Artikel teuer wären, aber wo Silber, Paschmina und iPod für 2,50 Euro/ 25 HD draufsteht, ist meistens Dosenblech, Schlüpferbaumwolle und Tamagotchielektronik drin.

Alleine aus diesem Grund muss man schon mit einer gewissen Grundstimmung an Humor an die Sache gehen. Handeln ist Sport, je weniger man zahlt, desto größer der Triumph.

Bei den meisten Dingen muss man einfach selber wissen, was es einem wert ist, nur glauben sollte man grundsätzlich nichts.

Spruch des Urlaubs, der seither von der männlichen Gattung immer wieder gerne in Gegenwart von Frauen wiederholt wird und weswegen es wohl auch nur einen “Ladies Market” und keinen “Mens Market” gibt :

” Womens money is easy to earn”.

Amen.

§ 2 Antworten auf Die Straßenmärkte

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