Plagiate? Ach was…

Die Zeiten sind vorbei, in denen Hongkongs Händler einem die Ware als “original” andrehen wollten. Geht man heutzutage durch die Straßen, sowohl durch Straßenmärkte als auch durch normale Shoppingmeilen, wird einem mit einer maschinengewehrgleichen Akustik von allen Seiten mit “Copybag, copywatches, copybags, copywatches, copybags, copywatches….” der Weg eingeengt. Wer also mit einem kleinen Kind unterwegs ist, das sein erstes Wort noch nicht gesprochen hat, soll hinterher nicht sagen, man hätte ihn nicht gewarnt…

Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Produkten, die – schwupps – sich auf einmal in Nichts auflösen, sobald irgendwo ein Polizist in der Nähe ist und denen, die getrost draußen liegengelassen werden. Auf letzteren spiegelt sich der Kreativitätsgrad des Herstellers wieder, wenn z.B. auf der Handtasche “Mio Mio”, auf den Schuhen “Nkie” steht und die Unterwäsche ein Original von “Calven Klien” ist.

Oder auch wie hier in China gesichtet:

eine echte “Hongda”.

Die Produkte, auf denen der “echte” Name steht, findet man in den Märkten meist nur als Katalogware.

Übrigens: keine Angst, wenn die Händler einem anbieten, sich die Ware an einem kleinen “geheimen” Ort anzuschauen – es handelt sich um Stände in zweiter Reihe, die von der Polizei nicht so einfach eingesehen werden können. Prinzipiell sollte frau sich aber trotzdem nirgendwo alleine mit hinnehmen lassen, just in case.

Ob man für solche Produkte überhaupt Geld ausgeben will, sollte man mit sich selber ausmachen – und gegebenenfalls mit den netten Zollbeamten auf dem Rückflug….

§ Eine Antwort auf Plagiate? Ach was…

  • Holger sagt:

    Also das ist gar kein Honda Plagiat, sondern der Nachbau einer Suzuki GN. Sogar die Farbe ist quasioriginal! Sehr gut zu erkennen ist die Marke übrigens am Schmutzlappen vom Vorderradfender. ;)

    Überhaupt versteh ich die Aufregung wegen IP-Verletzung nicht. Ist das kopieren nicht schon immer eine Art der Ehrerweisung gewesen? Ist es nicht tief in unserem Unterbewußtsein verankert, das Verhalten und die Arbeit von Leuten zu kopieren, die wir sympathisch finden? Heißt es nicht, “Kopieren ist die höchste Form der Anerkennung”?

    Tja. Solange die nicht anfangen die Produkte aus ihrem Land zu exportieren, in dem nur ihre eigenen Patente gelten, falls sie ein Patentrecht haben, gibt es da nicht mal ein rechtliches Problem. Nur Suzuki wird sich ärgern, über ein paar Yen entgangenen Gewinn. Aber man kann es auch so sehen: Die Japaner haben in China einiges wieder gut zu machen.

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